Als Einstimmung auf den Amraka-Zyklus habe ich mich im Januar dazu entschlossen das 30. Hardcover „Der Wert des Lebens“ von Ansgar Back zu lesen. Es existierte bislang auch noch keine Handlungszusammenfassung im Maddraxikon, was mich zusätzlich motivierte mir das Buch vorzunehmen. Dieses stammt aus dem Jahr 2014 und ist entsprechend bald 10 Jahre alt. Ich bin gespannt wie gut er inzwischen gealtert ist. Also der Roman – nicht Ansgar Back. 😉

2545: Der Android Shiro lebt ohne jede Erinnerung an seine Vergangenheit. Plötzlich entwickelt er menschliche Gefühle, die er sich nicht erklären kann. Als er sich in die junge Loona verliebt, wird sie kurz darauf verschleppt. Shiros gefährliche Suche nach ihr führt den Androiden auf den unerforschten Kontinent Amraka. In Kordooba, der gläsernen Stadt, muss er sich seiner Herkunft und einem unvorstellbaren Grauen stellen, das nicht nur seine Liebe zu Loona, sondern ganz Amraka bedroht …

Klappentext von HC 30 Der Wert des Lebens

Die Geschichte dreht sich um die Hauptfigur Shiro, einen Androiden, der nach seiner wahren Herkunft sucht. Als MADDRAX-Fan der ersten Stunde weiß man natürlich wer Shiro ist, denn es handelt sich hierbei um Aiko Tsuyaoshi, den Sohn von Miki Takeo. An seiner Seite ist Loona, eine talentierte Ballerina und enge Freundin von Shiro. Gemeinsam mit ihren Freunden und Verbündeten Theo, Max und Hank begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise, die sie durch den halben Kontinent Amraka führt.

Während seiner Reise sucht Shiro immer wieder nach Hinweisen auf seine Herkunft und die Identität seines Vaters, aber diese findet er in Amraka natürlich nicht, denn er stammt ja aus Meeraka und bewegt sich damit komplett in die falsche Richtung, nämlich nach Süden.
Die Beziehung zwischen Shiro und Loona entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter, was zu einer tiefen Verbundenheit führt.

Zentrale Themen des Romans sind Freundschaft und Zusammenhalt, die durch die unerschütterliche Unterstützung und Loyalität der Charaktere zueinander verdeutlicht werden. Identität und Selbstfindung sind ebenfalls wichtige Aspekte der Geschichte, da Shiro versucht, seine eigene Identität und seinen Platz in der Welt zu verstehen.

Cover HC 30 ©Zaubermond-Verlag

Ein weiteres bedeutendes Motiv in der Geschichte ist die Rolle von Technologie und künstlicher Intelligenz in der Gesellschaft. Dies wird durch die Figur des Androiden Shiro und seine Suche nach seinem Schöpfer Miki Takeo veranschaulicht. Der Roman wirft Fragen über die ethischen Implikationen von künstlicher Intelligenz und deren Auswirkungen auf das menschliche Leben auf. Gerade in Zeiten, in denen viel mit dem Buzzword „KI“ um sich geworfen wird, ein Thema aktueller denn je.

Insgesamt bietet der Roman eine spannende und tiefgründige Handlung, die den Leser in die Welt von Shiro und seinen Freunden entführt. Dabei werden Themen wie Freundschaft, Identität und Technologie auf fesselnde Weise behandelt.

In Bezug auf den Schreibstil des Autors ist der Roman gut strukturiert und bietet eine flüssige Erzählung, die es dem Leser ermöglicht, sich in die Welt der Charaktere hineinzuversetzen. Die Dialoge sind lebhaft und authentisch, wodurch die Persönlichkeiten der Charaktere und ihre Beziehungen zueinander zum Leben erweckt werden. Der Autor verwendet anschauliche Beschreibungen, die die Atmosphäre und die Umgebung der Geschichte bereichern und die Leser in die Handlung eintauchen lassen.

Die Charakterentwicklung ist ein weiterer starker Aspekt des Romans. Shiro, als Hauptfigur, durchläuft eine beeindruckende Transformation, während er seine eigene Identität und Herkunft erkundet. Loona und die anderen Charaktere sind ebenso gut ausgearbeitet und verfügen über eigene Hintergrundgeschichten und Motivationen, die sie zu glaubwürdigen und faszinierenden Figuren machen.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einige Teile des Romans etwas vorhersehbar sind. Wahrscheinlich werden das Neuleser nun wieder etwas anders sehen, weil diese Aiko Tsuyoshi aus den Anfängen der Serie nicht mehr kennen. Für diese wird die Auflösung am Ende des Romans dann sicherlich auch nicht vorhersehbar sein.
Dennoch beeinträchtigt dies nicht das Gesamterlebnis, da die Geschichte insgesamt fesselnd und emotional mitreißend ist.

Zusammenfassend ist dieser Roman ein spannendes und tiefgründiges Werk, das den Leser auf eine emotionale und abenteuerliche Reise mitnimmt. Die Geschichte bietet eine fesselnde Handlung und gut entwickelte Charaktere, während sie wichtige Themen wie Freundschaft, Identität und Technologie behandelt. Der Roman ist insgesamt ein lohnenswertes Leseerlebnis, das sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt.

Insgesamt würde ich diesen Roman Lesern empfehlen, die auf der Suche nach einer emotionalen und abenteuerlichen Geschichte sind, die sie in eine faszinierende und gut ausgearbeitete Welt entführt. Diejenigen, die bereits Fans des Autors sind, werden sicherlich nicht enttäuscht sein, und auch neue Leser werden von der Erzählkunst und der Tiefe der Charaktere beeindruckt sein.

Aber bitte vorsichtig sein: Auch wenn die Serie mit 30 Romanen unter Fans als „MADDRAX-Hardcover“ bezeichnet werden, erschien dieser Band nie als Hardcover, sondern ausschließlich als Paperback, wie alle ab Nummer 28. Die Bände 1 bis 27 sind dann auch tatsächlich Hardcover-Bücher und daher hat die Serie ihren Namen.

Trotz der wirklich minimalen Unzulänglichkeiten des Romans vergebe ich volle 5 von 5 Kometen für diesen Roman im Maddraxikon.

Ich bin sehr gespannt, ob es Matt im aktuellen Zyklus auch in die Gegend von Kordooba und den Badlands verschlägt und wir dadurch erfahren werden wie die Geschichte weiterging.
In welche Richtung hat Mauriiz als neuer Anführer der Kordoobaraner die Stadt entwickelt? Wurde die Gläserne Stadt nach dem Krieg wieder aufgebaut? Existiert das Netzwerk aus Funkstationen quer durchs Land noch immer? Was haben Shiro und Loona in den letzten sieben Jahren erlebt? Sind sie noch zusammen? Was passierte mit dem Heer von Androiden aus Rilaanas Produktion? Hat man sie mit der EMP-Pistool beseitigt? Existiert die beschriebene Dampfeisenbahnverbindung zwischen Tukumkaari und Malinas noch?
Alles Fragen, die ich gerne im aktuellen Zyklus beantwortet hätte. Und ich hoffe, dass sich einer der Autoren aus dem MADDRAX-Team daran erinnert und hier das World Building vorantreibt. Vielleicht Michael Edelbrock? Mir gefällt seine intensive Recherche für seine Romane und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass er einen guten Anschluss an diese Geschichte schreiben könnte. Aber das bleibt wohl nu

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