In Aant-Matt and the Haaley, dem 613. Band meiner heißgeliebten MADDRAX-Serie, schickt Autor Ian Rolf Hill unsere Helden Matthew Drax und Haaley auf ein weiteres abenteuerliches Science-Fiction-Abenteuer in der dunklen Zukunft der Erde. Mit viel Action und originellen Ideen.

Cover von Band 613
©Bastei Lübbe AG, Köln

Zu Beginn schlüpfen Haaley und Matt mittels einer riskanten Geistwanderung in die Körper von Ameisen. Ihr Ziel: An Bord der mysteriösen USS NIMITZ nach der verschwundenen Aruula zu suchen. Allerdings wirkt diese erneute Suche sehr konstruiert und eher langweilig, da wir Leser bereits seit einigen Romanen ahnten, dass sich Aruula nicht auf dem Schiffswrack befindet. Manche Stellen lasen sich tatsächlich so, als hätte man das bei der Planung vergessen. Taktisch klüger wäre es vielleicht gewesen, in den vorherigen Bänden des Zyklus in kurzen Szenen immer mal wieder eine weibliche Gefangene zu schildern, die von Dak’kars Leuten verhört wird. Dann hätte man jetzt eine Spannung gehabt und hätte dann auflösen können, dass es gar nicht Aruula war.

Gekonnt beschreibt der Autor aus der Perspektive der Ameisen, wie sich Matts und Haaleys Wahrnehmung vollkommen verändert. Geräusche, Gerüche und die eingeschränkte Sicht sorgen für Orientierungslosigkeit. Clever idee, die Leser so am Mikrokosmos der Krabbeltiere teilhaben zu lassen!

Spannend sind auch die actionreichen Szenen, wenn die winzigen Ameisen vor Ratten, Spinnen oder den gefährlichen Menschen flüchten müssen. Tempo, Witz und abstruse Ideen machen die Story zu einem vergnüglichen Lesevergnügen voller skurriler Wendungen.

Die Charaktere sind schlüssig gezeichnet. Matt zeigt sich zwar als fähiger Anführer, ist aber getrieben von seiner Suche nach Aruula. Haaley wiederum ergänzt ihn perfekt als pragmatische Begleiterin mit Hang zur Anarchie. Selbst Nebenfiguren wie der bärtige Anführer Dak’kar bekommen Konturen.

„Ring of Fire“ von Johnny Cash

Trotzdem werde ich auch weiterhin mit Haaley nicht so richtig warm. Ich bin mir gar nicht mal mehr so richtig sicher, ob es an ihrer Beklopptheit liegt oder eher daran, dass sie zu so ziemlich allen Dingen aus der Zeit vor der Kometenkatastrophe etwas zu sagen weiß, fast so, als wäre sie selbst in dieser Zeit aufgewachsen. Ist sie aber nicht. Trotzdem singt sie z. B. Johnny Cashs „Ring of Fire“. Das dürfte in der realen Welt schon kaum jemand aus der Generation Z mehr kennen, aber Haaley kennt das natürlich aus den Bunkerarchiven, die aber 2521 durch den EMP zerstört worden sein dürften. Aber dieses Problem stammt eigentlich aus Hills Band 597 und wird jetzt halt einfach durchgezogen.

Insgesamt aber trotzdem eine kurzweilige, temporeiche Geschichte für Freunde schräger Science-Fiction. Spannung, Action und skurrile Einfälle halten die Seiten im Flug durch – ebenso wie Matts und Haaleys Seelen auf der abenteuerlichen Reise. Ein Unterhaltsamer Pageturner mit Witz und originellen Ideen! Hierfür vergebe ich 4 von 5 Kometen im Maddraxikon. Müsste ich den Zweiteiler in seiner Gesamtheit bewerten, würde ich am Ende sogar bei dieser Wertung bleiben und der Dilogie insgesamt ebenfalls 4 von 5 Kometen verpassen.

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