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Amraka-Zyklus allgemein

Wie im anderen Thread angekündigt möchte ich hier mal einen Thread aufmachen mit Lob & Kritik am Amraka-Zyklus, der ja nun in den nächsten Wochen zu Ende geht. Will jemand den Aufschlag machen?

halberkapitel hat auf diesen Beitrag reagiert.
halberkapitel

Zum Start des Amraka-Zyklus war ich geradezu euphorisiert: Dschungel-Abenteuer-Atmo, die Geheimnisse um USS Nimitz und den Jaguar-Kult, dann Mabuta vs Das Myzel … fand ich alles stimmig, gut geschrieben und spannend genug, um immer wissen zu wollen, wie es weitergeht. Neben gelegentlich recht klischierter Darstellungen der postapokalyptischen Nachkommen indigener Siedler, die mich aber nicht allzu arg gestört haben, musste ich auch hier im Forum die Kritik anbringen, dass die Chance, mit Amraka nochmal einen wirklich neuen Weg des Weltenbaus einzuschlagen, nicht genutzt wurde. Vielleicht bewusst. Eine Sprache zu dicht an den Wandernden Völkern, auch sonst wäre es bestimmt möglich gewesen, biologische und kulturelle Entwicklungen 550 Jahre noch CF völlig andere sein zu lassen als im Rest des erschlossenen Maddraxikversums. Aber auch das habe ich verschmerzt und mich nicht weiter gegrämt. Zu geil fand ich den Handlungsstrang um Dakkar und Ameisengöttin Haaley. Auch die Geistwanderungen in die Tierkörper waren mir nicht zu drüber, ich steh auf sowas. Wenig bis nichts konnte ich mit der Figur des Kliinsman anfangen, hier hatte meine Leselust einen nachhaltigen Durchhänger. Das ist vermutlich auch der Grund dafür, dass in der Folge die Geschichte um Clauzer mich nie so richtig am Haken hatte. Daher sehe ich dem Grande Finale auch mit gemischten Gefühlen entgegen. Das ist ja alles nicht unstimmig konzipiert, den Körperwechsel von Takeo fand ich sogar richtig gut, und IRH hat ja mit der DF, Sauroiden, Luftschiffen etc allerhand Personal zur Verfügung, um es richtig scheppern zu lassen. Trotz wäre ich lieber auf dem Subkontinent geblieben und hätte dort entdeckt, was es ausser Dschungel (und Drogen war3n da noch) sonst noch so gibt. Was ist aus den Megacities geworden, den weiten Steppen und Gebirgen, den reichhaltigen Kulturen von Indigenen und Lateinamerikanern?

Was den kommenden Zyklus angeht: da hab ich noch keine Phantasien, wo es hingehen könnte. Und ehrlich gesagt auch keinen Wunschzettel. Wer beim letzten Chatdrax war, ist sicher klar im Vorteil….

Auf jeden Fall muss es wieder deutlich zyklischer werden. Es waren hier zu viele BELANGLOSE Einzelromane. Oft sehr gut, aber belanglos. Auch dass der Antagonist erst sehr spät auftauchte ist blöd. Ein guter Schurke sollte früh dabei sein.

Was ich aber an Clauzer mag: er wurde erst durch andere Böse. Aber er wirkt wie nachträglich zum Obermotz erkoren. Fand ich schon im Anime "Delicious PreCure" öde, als die Macher zur Staffelmitte sagten, dass die wahre Identität des Oberschurkens noch nicht festgelegt sei. Tja, als er dann enthüllt wird, wars: gähn. Komplett out of Charakter. Wie nun auch Clauzer. Dass er alle Menschen versklaven will passt nicht.

Erst wurde nun Mabuta hingeworfen, dann Choyganma, dann Clauzer. Kommt am Ende noch Räuber Hotzenplotz als wahrer Drahtzieher? Sorry, aber es ist extrem schlechter Stil, wenn ein Schurke nach dem Anderen erscheint, aber jeder als DER Oberschurke des Zyklus erzählt wird.

Zu Dakkar: ihn fand ich richtig gut, auch die Geistwanderungen.

Was ich auch schlecht fand: Haaleys dauervergewaltigt werden. Sorry, das war jedes Mal nur langweilig, einmal hätte mehr als gereicht. Und dann hat sie ausgerechnet Gewissenswisse ihre bis dato lebenslange Peinigerin gekillt zu haben? Nie!

Selten wurde so viel Potential gegen die Wand gefahren, wie in diesem Zyklus.

halberkapitel hat auf diesen Beitrag reagiert.
halberkapitel

Ich versuch mal ne TOP3 -

  1. MX607 - Lucy Guth - Das Haus auf dem Hügel - Hat das Zeug zu einem ewigen Klassiker der Reihe
  2. MX612 - IRH - Die Königin der Ameisen - So ein herrlich überdrehter Action-Spaß!
  3. MX&02/603 - Michael Edelbrock - Doppelband Auge des Jaguars / In der grünen Hölle - so ziemlich das Gegenteil von Platz 2 : Konsistent, ausgewogen, berührend, sprachlich und erzählerisch more than just a Heftroman. Eine Geschichte über das Geschichtenerzählen.

Ebenfalls 5 Kometen wert waren mir 600 (Amraka) , 623 (Verderben wächst) , 619 (Totgesagte) und 620 (Der Anschlag)

Flop 3:

  1. MX629 - Die Narren von Manaus - eine unreflektiert ableistische Frechheit
  2. MX636 - Verbranntes Land - irgendwie wurschtig und reduntant
  3. MX608 - Spiel um Öl - immerhin der Versuch, mal was komplett anderes zu schreiben. Mir ist lieber, das geht mal daneben, als es gar nicht erst die Experimentierlust zu haben.

Noch ist der Zyklus ja nicht zu Ende. Vielleicht ändert sich noch was ... ?

 

Ich will mich bei der Zyklusbewertung noch etwas zurückhalten und das Zyklusfinale abwarten. Vielleicht bekommen wir da ja noch Informationen, die uns fehlen um das große Ganze zu verstehen. Denn aktuell habe ich keine Ahnung was die Idee dieses Zyklus ist bzw. war. Es war für mich ein einziges Auf und Ab. Hin und her gerissen fühlte sich das an. Als hätte man den Zyklus ständig mit der heißen Nadel gestrickt und hätte immer nur 3-6 Romane im Voraus planen können und einfach mal abgewartet wohin das dann so führt.

Was ich schon mal sagen kann ist, dass ich den Zyklusstart mega fand. Und dass ich die Namensgebung für den Zyklus ("Amraka-Zyklus") absolut nicht nachvollziehbar und sehr irreführend finde. Vie viel Amraka steckt denn insgesamt in diesem Zyklus...?

Was ich aber jetzt schon mal machen will ist ein "Spekulatius-Thread" im frisch eingerichteten Zyklus-Forum zum kommenden Zyklus und dort mal ein paar Wünsche an das Team formulieren.

halberkapitel hat auf diesen Beitrag reagiert.
halberkapitel

Leserbrief vom 20.12.2024, veröffentlicht in Maddrax 656 vom 08.03.2024

Es ist vollbracht. Nach fast zwei Jahren und 49 Bänden endet der „Amraka-Zyklus“. Als Aruula im MX 599 des nachts ein Ziehen im kleinen Finger fühlte und sich unbemerkt mit der RIVERSIDE entfernte, war das der Auftakt zu Matts Suchaktion. Unterstützt mit einer kleinen Mannschaft aus der Dark Force musste ihr Raumschiff PLASMA ins frühere Peru notlanden. Von Aruula keine Spur. Die verschiedenen Charaktere an Bord bekamen viel Tiefgang und man war gespannt wie sie sich in den Stresssituationen arrangierten. Mitnichten, die Mannschaft wurde bis auf dem letzten Mann bzw. Frau dezimiert, dass hatte kein Leser erwartet. Nun stand Matt plötzlich allein mit Haaley, der blinden Passagierin da. Dabei verwebt der Zyklus mehrere großartige Geschichten in sich, z. B. die der Mayaa und die von Dak´kar. Beide waren auf rote Diamanten angewiesen, wobei der Spiegel von Pachacámac eine Schlüsselrolle bekam. Nach einem gelungenen Zyklusstart flaute der Zyklus zur Mitte hin ab. Die Geschichten des Ameisenkollektivs Mabuta und die Pilzgiftbeschaffung, Matts und Haaleys Geistwanderungen in andere Tiere, der unterirdisch lebende Stamm der Nocturno (MX 621), das Bad und die fortschreitende Verholzung waren nicht so meins, wohl unbewusst dem geschuldet, dass man sich Helden nicht als Ameise oder wurzelverzweigendes Lignin vorstellen kann. Gar nicht überzeugten die mutierten Brüllaffen mit ihren dehnbaren Extremitätenen (MX 622), die implantierte Notruferbse von GRÜN, der im Handstreich vollzogene Frieden zwischen den Mayaa und Dak´kar und nicht zu vergessen Haaleys Wandlung von schizophrener Mörderin zum Spaßkasper. Wobei Haaleys Vergangenheitserlebnisse gruselige Klasse waren! Zwischengeschobene Einzelbände, wie die USS Nimitz zum Wellenreiter wurde (MX 604), oder wie Donna Quixota als Forscherin wahnsinnig wurde (MX 606), wie in Kolumbien ein Fußballspiel ohne Regeln stattfand (MX 608), wie Gefangene der Straßengang bencinero mit der Aussicht als Sklaven in einer Kupfermine zu landen (MX 611) waren ausnahmslos gelungen. Erst mit MX 625 „Das Ende der Suche“ tauchte Aruula in der Todeszone auf und gab Matt widererwarten vorerst einen Korb, was ihm einfiele sich in Naturkreisläufe zu mischen. Ein Fingerzeig, als Leser selbst in den Spiegel zu schauen? Der zweiten Schauplatz Waashton fesselte weit mehr: Wie der Intrigant Colonel Aaran Kormak sich mittels Bombenattentats in die Führung putschte und wie er Matts Freunde Rulfan und Reese mit einem sabotierten Gleiter auf die Suche schickte (MX 620). Ob beide im neuen Zyklus wieder auftauchen? Dann die von der Sichelzellenanämie geheilten und telepathisch verstärkten Nosferas unter Clauzer auf dem besten Weg zur Weltherrschaft. Matts Suche nach Verbündeten: die Daa´muren Grao und Ira, die er in einer Mission Impossible Aktion befreite (MX 631), die Sauroiden (MX 637), Roboter aus Independence (MX 638), die Luftschiffer Springs (MX 640), die tragische Geschichte Miki Takeos in seinem Kampf mit dem außerirdischen Roboter Lybreyz (MX 635) und sein Wiedererwachen Dank der Hydriten (MX 644). Nicht zu vergessen, die telepathisch begabten Kriegerinnen der Dreizehn Inseln (MX 645), die mit dem Gift des Jaguarpriester erst Aruulas Lauschsinn wieder aktivierten. Im Zyklusfinale „Schein und Sein“ ging es arg zur Sache, durch Verrat wurden die Verbündeten aufgerieben. Als dann im letzten Band die Rrukh ausscherten und Washtoon angriffen, war das Chaos perfekt. Von den Autoren hat Michael Edelbrock mit seinen Mayaa- und Inka-Recherchen sehr überzeugt. Ian Rolf Hill lieferte als überragender Spannungsschreiber den Auftakt und das Zyklusende, sowie Haaleys Jugendtrauma. Unsere schon gewohnt klasse Titelbilder von Néstor Taylor wechselten nun vermehrt mit KI-Produkten, der Qualität tat es aber keinen Abbruch. Einzig in MX 636 „Verbranntes Land“ hatte der Altmeister Aruulas Mimik nicht so getroffen. Respekt, alles in Allem haben Exposéschreiber, Autoren und Lektor einen tollen Handlungsbogen gespannt, der in Anbetracht der fast 25-jährigen Serienlaufzeit und im Vergleich zu anderen Serien einzigartig ist, wenn es auch in der Umsetzung manchmal haperte, waren doch viele Geschichten fesselnd bis zur letzten Seite, während andere mehr wie ein Reisebericht wirkten. Nicht unerwähnt sollte das Maddraxikon bleiben, einmal mehr hat es sich als Nachschlagewerk für Autoren und Leser bewährt. Schließen möchte ich mit der LKS. Für viele Leser ist die Kontaktseite wichtig und wird noch vor dem eigentlichen Roman gelesen. Über nachlassende Leserbriefe kann man nur spekulieren. Da mehr Zuschriften Lob als Kritik vorbringen, könnte also ein nicht so zusagender Romaninhalt, bzw. die Zyklenlänge einen Leserbrief bzw. Lesereinstieg abgeschreckt haben?

Holger und halberkapitel haben auf diesen Beitrag reagiert.
Holgerhalberkapitel

©2025 Holger Ehrmann für den OMXFC

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