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070 Dorf der Legenden

Der Roman „Dorf der Legenden“ scheint eine Rarität zu sein. Erst durch Jen Salik vom OMXFC-Vorstand konnte ich meine Lücke in der Sammlung schließen. An dieser Stelle vielen Dank dafür. Liegts an der Besonderheit, dass das Romanheft eine innenliegende farbige Karte des Kratersees aufweist? Autor Bernd Frenz erzählt jedenfalls eine deftige Piratengeschichte. Gnadenlos feuert die Bruderschaft zum blutigen Banner auf flüchtende Fischerboote um dann im verlassenen Dorf einzufallen. Ohne Gegenwehr erreichen sie die Kneipe und beginnen ihren Durst zu löschen. Doch die Bewohner von Berbow waren vorbereitet, die Schlafkräuter in den Aalfässern wirken. Und so bekommen die Schrecken der Meere ihre verdiente Strafe. Wochen später erreichen unsere Helden zusammen mit den Running Men das mittlerweile mit Kanonen bewehrte Dorf. Ihr erster Blick fällt auf die vielen bestückten Galgen… Hier am äußersten Punkt Alaskas wollen die Reisenden ihren schweren Transportpanzer zurücklassen und eine Schiffspassage nach Ru(ss)land ordern. Doch niemand will sie zum jenseitigen Ufer der sogenannten Anderswelt mit seinen fliegenden Rochen, gefährlichen Sirenen und Seemonstern bringen. Nur Capt`n Deerek auf dem Dreimaster Puutin ist gewillt sie überzusetzen, wenn sie zuvor anheuern um die verbliebenen Piraten in den Verstecken aufzustöbern. Man einigt sich. Etliche Kutter sollen den Lockvogel bei der Vergeltungsjagd spielen und bei Gefahr ein Signal geben. Es passiert wie erhofft, schnell setzen die Matrosen die Segel und bei gutem Wind nähern sie sich den bedrängten Fischern. Doch Matt und seine Freunde werden gelinkt, noch ehe sie sich versehen sind sie Gefangene auf der Puutin. Capt`n Deerek macht gemeinsame Sache mit der Bruderschaft, er war nur auf die Kanonenbestückung im Hafen und natürlich auf die Handfeuerwaffen der Reisenden scharf. Nun lässt er seine Geheimwaffe bringen, dressierte Hummer werden den Freunden auf den Rücken gesetzt. Diese klammern sich an Hals und Schultern, während der Schwanz sich in der Wirbelsäule verankert. Schrecklich. Nur der desillusionierte Merlin Roots versucht den Aufstand, doch die scharfen Maulscheren setzen sein Leben ein striktes Ende. Wie schaffen sie es diese Viecher loszuwerden und die Fischer zu warnen, bis die Puutin auf Gefechtsweite heran ist? Gar nicht. Eiskalt wird der zur Unterstützung mit segelnde Zweimaster Velbi versenkt. Geschockt bemerken auch die Fischer in ihren kleinen Kutter den Verrat und lassen sich von den Piraten mühelos überwältigen. Töten will man sie nicht. Auf dem Sklavenmarkt gibt es einen besseren Erlös. Maddrax wird von dem Desaster ganz schlecht, sich seinem Brechreiz nachgebend löst sich sein Hummer. Doch Capt`n Deerek hat sich ein schreckliches Ende für Matt ausgedacht, gefesselt an einer Autofelge soll er in den Tod springen. Unter dem Gejohle der Mannschaft versucht er vergeblich die Knoten zu lösen, doch gleichgewichtverlierend zieht die Felge ihn unter Wasser. Er schafft es nicht sich zu befreien… Bis hierhin ist der Roman einmalig, vollgestopft mit Handlungen, die für einen Zweiteiler gereicht hätten. So fühlt sich der Schluss jetzt überhastet und ein bisschen konstruiert an, als Matt von jungen Hydriten in einer Sauerstoffblase gerettet wird, er auch noch als der legendäre Maddrax erkannt wird, er sich dank Quart`ols Gedächtsnismuster verständigen kann, er zur Rettung einen Schockstab bekommt und auch noch widererwartend von zwei Hydriten begleitet wird. Na denn, Mast- und Schotbruch…

©2025 Holger Ehrmann für den OMXFC

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